|
|
Lebenslanges
Lernen im Arztberuf
|

ein kostenloser Service für
Ärzte von
sanofi-aventis
Lebenslanges
Lernen im Arztberuf

Mit der Approbation ist die
Ausbildung des Arztes nicht
zu Ende. Die Rede ist hier nicht
von der Weiterbildung, mit der
eine Facharzt- oder Zusatzbezeichnung
erworben werden kann. Es geht
um die laufende Fortbildung,
die wie in vielen Berufen
dazu gehört, solange
ein Arzt seine Tätigkeit
ausübt.
Mit dem Fortschritt in der Medizin
Schritt zu halten, ist keine
leichte Aufgabe. Denn der Wissenszuwachs
ist enorm, die Zahl der medizinischen
Fachveröffentlichungen
längst unüberschaubar.
Trotzdem glauben viele
Einzelkämpfer in ihren
Praxen, auch nach zehn Jahren
noch auf dem neuesten Stand
zu sein, beklagt Dr. Axel
Munte, Vorsitzender des Vorstands
der Kassenärztlichen Vereinigung
Bayerns (KVB) im Interview (siehe:
Interview Dr. Axel Munte).
Für
Ärzte in Krankenhäusern
und Vertragsärzte der Krankenkassen
besteht deshalb seit 2004 die
Verpflichtung, sich regelmäßig
fortzubilden. Alle fünf
Jahre (erstmals spätestens
im Juni 2009) muss gegenüber
der Kassenärztlichen Vereinigung
der Nachweis erbracht werden,
dass diese Verpflichtung erfüllt
wurde. Wer sich unzureichend
fortbildet, muss mit einem Abschlag
der Vergütung rechnen.
Ärzten, die sich gar nicht
fortbilden, droht der Entzug
der Kassenzulassung.
Die
Details der Fortbildungsverpflichtung
hat die Bundesärztekammer
in einer Musterfortbildungssatzung.
veröffentlicht. Danach
müssen im Zeitraum von
fünf Jahren 250 Fortbildungspunkte
erworben werden, davon 150 im
eigenen medizinischen Fach.
Ein Fortbildungspunkt entspricht
dabei einem Zeitaufwand von
etwa 45 Minuten. Rechnerisch
ergeben sich also jährlich
37,5 Stunden verpflichtende
Fortbildung.
Die
Fortbildung gehört zu den
Aufgaben der Ärztekammern,
die selbst entsprechende Angebote
machen. Darüber hinaus
zertifizieren sie die Angebote
anderer Veranstalter und vergeben
die Punktzahlen dafür.
Das Spektrum ist breit gefächert:
Der Besuch von Vorträgen
und wissenschaftliche Kongresse
zählen ebenso als Fortbildungsmaßnahmen
wie Qualitätszirkel, das
Selbststudium durch Fachliteratur
oder elektronische Medien, eigene
Veröffentlichungen und
Vorträge sowie Hospitationen.
In der Wahl der Angebote sind
die Ärzte grundsätzlich
frei; allerdings dürfen
höchstens 100 Punkte über
Online-Angebote erworben werden
(siehe: Breites Spektrum).
Angesichts
dieser Angebotsvielfalt hat
der Arzt die Qual der Wahl.
Die Qualität der Angebote
sollte da das allerwichtigste
Kriterium für die Auswahl
von Veranstaltungen sein. Doch
im Voraus ist es oft unmöglich,
festzustellen, welche Angebote
gut sind und welche nicht,
sagt Axel Munte. Häufig
werden Fortbildungsveranstaltungen
durch Pharmaunternehmen finanziert.
Daran wird oft Kritik geübt,
doch auch unter diesen
Angeboten gibt es hervorragende
Fortbildungen ohne werbliche
Beeinflussung, so Munte
weiter. Dem Arzt bleibt also
nichts anderes übrig, als
selbst so genau wie möglich
zu prüfen, ob die Qualitätskriterien
für qualifizierte und unabhängige
Fortbildungen voraussichtlich
erfüllt sind. Ein Reinfall
ist trotzdem nicht ausgeschlossen.
Denn inzwischen sei eine wahre
Fortbildungsindustrie
entstanden, die kaum noch kontrollierbar
sei, beklagte Prof. Ulrich Hake
aus Mainz 2007 im Deutschen
Ärzteblatt. Dort und in
anderen Ärztezeitschriften
ist die sehr unterschiedliche
Qualität von Fortbildungen
inzwischen ein leidiges Dauerthema.
Einfacher
ist die Einschätzung von
Online-Angeboten, also von Fortbildungen
auf CD-ROM und im Internet.
Bei dieser Form ist allerdings
auch die Versuchung groß,
nach dem Motto Augen zu
und durch beispielsweise
unerwünschte Werbebanner
zu ignorieren und auf die Schnelle
viele Punkte zu erwerben. Noch
einfacher ist das bei Multiple-Choice-Tests,
die in Ärztezeitschriften
zu finden sind die Antworten
können meist direkt dem
Fortbildungsartikel entnommen
werden, der dem Test
vorausgeht. Jeder sammelt
seine Punkte wie früher
im Tante-Emma-Laden die Rabattmarken,
hat Ulrich Hake beobachtet.
Es darf jedoch bezweifelt werden,
dass diese Strategie langfristig
aufgeht: Viele Patienten merken
durchaus, ob ein Arzt auf dem
neuesten Wissensstand ist. Es
lohnt sich also, in möglichst
hochwertige und aktuelle Fortbildungen
zu investieren (siehe: Aufwand
und Nutzen). Der persönliche
Kontakt zu Kollegen ist da übrigens
eines der besten Mittel: Kooperationen
sind ganz wichtig, hebt
Axel Munte hervor auch
wenn es dafür allein noch
keine Punkte gibt.

Copyright
© sanofi-aventis